Stadtspaziergänge mit dem Oberbürgermeister

Die vier Termine zwischen 10. und 12. September brachten Oberbürgermeister Jörg Lutz, lokale Ortsvorstehende und Bürgerinnen und Bürger in den Ortsteilen Brombach, Haagen und Hauingen sowie auf dem Salzert ins Gespräch. Während man gemeinsam wichtige Orte in den Stadt- und Ortsteilen besuchte, standen die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger zu ihrem Wohnumfeld im Zentrum. Trotz Corona und unter der Einhaltung aktueller Regelungen, konnten so im persönlichen Gespräch wichtige Rückmeldungen und Impulse für die Erstellung des Räumlichen Zielbilds 2030/40 gesammelt werden.

Bild des Spaziergangs in Hauingen

Der Spaziergang durch Hauingen verknüpfte einen Rückblick auf die landwirtschaftlich geprägte Geschichte des Ortsteils mit dem Ausblick auf anstehende Veränderungen im Ortsbild. Viel passiert aktuell am Soormattbach, denn neben dem bereits installierten Bypass soll in den kommenden Jahren eine Retentionsfläche zum Hochwasserschutz bei Starkregenfällen genutzt werden. Nur wenige Meter weiter befindet sich das Baugebiet am Soormattbach, das sich in die dörflichen Strukturen von Hauingen einfügen soll. Denn die Verknüpfung neuer Wohngebiete mit dem Ortskern ist den Bürgerinnen und Bürgern ein Anliegen. Mit neuen Bewohnerinnen und Bewohnern im Ortsteil kommen auch weitere Ruheorte und soziale Infrastrukturen, wie eine Kita, hinzu, die in der Planung mitgedacht werden. Die Nahversorgung aller Ortsteile würde von einem starken gemeinsamen Zentrum profitieren, während insbesondere mit der Einrichtung des Zentralklinikums die Verkehrsbelastung der angrenzenden Ortsteile im Auge behalten werden muss.

Das Gebiet Neumatt-Brunnwasser bildet die Schnittstelle der beiden Ortsteile Hauingen und Haagen.

Hier könnte in Zukunft viel entstehen: Wohnen, Sport, Gewerbe und Grünflächen könnten sich in einer angemessenen Dichte in den Ort einfügen und die Ortsteile an dieser Stelle zusammenwachsen lassen. Im Baugebiet Belist ist auf 5 bis 6 Hektar hingegen schon viel Wohnraum entstanden, etwa 220 Wohneinheiten sollen es insgesamt werden. Mit den Erlösen aus den erfolgten Grundstücksverkäufen können soziale und gemeinschaftliche Einrichtungen wie Kita oder Sportplatz querfinanziert werden. Gemeinsam mit dem derzeit anders genutzten Schöpflin-Kaufhaus könnte die Nahversorgung im Ortsteil neue Impulse vertragen. Die sehr geschätzten Qualitäten des Ortsteils wie kurze Wege, angrenzende Naherholungsbereiche und die Radanbindung nach Basel sollen unbedingt erhalten bleiben und vertieft werden.

Bild des Spaziergangs in Brombach

In Brombach wurden viele positive Entwicklungen beobachtet. Mit dem neuen Baugebiet Bühl III wird der Ortsteil ein neues Quartier mit etwa 280 Wohneinheiten gewinnen. Die genaue Gestaltung des Quartiers ist noch nicht abschließend festgelegt, so wird zum Beispiel noch über die Anzahl der Quartiersplätze diskutiert. Der geplante Grundschulneubau auf dem Areal der Schöpflin-Stiftung soll neue Kapazitäten für künftige, junge Ortsteilbewohnerinnen und Ortsbewohner sicherstellen. In unmittelbarer Nähe, auf dem Fabric-Areal soll nun auf Grundlage der sogenannten „Wunschproduktion“ die Weiterentwicklung des Quartiers erarbeitet werden. Als Mobilitätsdrehscheibe soll der Brombacher Bahnhof ausgebaut werden, verknüpft mit dem Bau des zweiten S-Bahngleises. Angrenzend an den Bahnhof ist eine neue Sporthalle entstanden, die jetzt schon von Vereinen und für Veranstaltungen genutzt werden kann.

Der gemeinsame Spaziergang im Salzert zeigte, dass die Anwohnerinnen und Anwohner mit ihrem Wohnumfeld und der bestehenden sozialen Infrastruktur zufrieden sind. Für Jugendliche und junge Erwachsene gibt es allerdings noch nicht ausreichend Angebote im Quartier, was gelegentlich zu Nutzungskonflikten zwischen den Generationen führt. Die Grundschule am Quartiersplatz wird als wichtige Anlaufstelle wahrgenommen. Wünschenswert wäre eine verstärkte Nutzung des kirchlichen Gemeinschaftsraums. Aufgrund der geringen Nachfrage der Schule ist ihr Fortbestand in Zukunft allerdings nicht gesichert. Erkannte Wohnbaupotenziale werden weder durch Oberbürgermeister Jörg Lutz noch durch die Anwohnenden priorisiert.

Während der Spaziergänge wurde eine Vielzahl an Hinweisen gesammelt, die gemeinsam mit anderen Ergebnissen aus dem Dialogsommer eine Grundlage für die Entwicklung des Räumlichen Zielbildes 2030/40 bilden. Eines sei bereits erfolgreich geglückt: Im Sinne des integrierten Ansatzes sind viele unterschiedliche Themen und Personen zusammengebracht worden, die gemeinsam für die Zukunft von Lörrach stehen. Dies soll im Laufe des einjährigen Prozesses der Zielbildentwicklung weiterverfolgt werden.

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