Montagabendgespräch am 12. Oktober

„Next practice Holz! Best practice Holzbau.“

Alle Infos auf einen Blick

Termin Montag, 12.10., 19 Uhr
Ort Burghof Lörrach
Begrüßung Oberbürgermeister Jörg Lutz
Moderation Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić
Gastreferenten

 

Markus Dischinger (Landratsamt Lörrach, Stadt- und Privatwald Lörrach Gemarkung Hauingen)

Tobias Döbele (Holzbau Ammann, Weilheim-Bannholz)

 

Am Montag, 12. Oktober fand im Burghof das dritte Montagabendgespräch der Stadt Lörrach statt. Unter dem Titel „Next practice Holz! Best practice Holzbau.“ sprachen Oberbürgermeister Jörg Lutz und Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić mit den Gastreferenten Markus Dischinger (Revierförster, Landkreis Lörrach) und Tobias Döbele (Holzbau Amann GmbH) über den Zustand des Lörracher Waldes sowie Entwicklungen und Möglichkeiten im Holzbau.

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Markus Dischinger präsentierte in seinem Impulsvortag zunächst Zahlen und Fakten rund um den Lörracher Stadtwald, dessen 1150 Hektar Fläche sich auf 83 Prozent Laubwald und 17 Prozent Nadelwald verteilen. Neben wichtigen ökologischen Funktionen übernimmt der Wald auch eine soziale Funktion, dient er der Bevölkerung doch als Ort der Erholung, für Freizeit- und Sportaktivitäten und nicht zuletzt als Arbeitsplatz für vier städtische Forstwirte. Darüber hinaus nutzt die Stadt den Wald insbesondere auch für wirtschaftliche Zwecke und setzt den Erlös des Holverkaufs dabei unter anderem für Holzernte, Wegunterhaltung oder Pflanzung und Waldpflege ein. Durch den Klimawandel habe sich die Situation von Wald und Waldbewirtschaftung laut Dischinger in den vergangenen Jahren massiv gewandelt. Überdurchschnittliche Temperaturen, geringe Niederschläge und sich häufende Winter- und Gewitterstürme führen zu Herausforderungen wie steigendem Borkenkäferbefall bei Nadelholz, Trocken-schäden bei Buchen und einer Beschleunigung des Eschentriebsterbens, denen das Forstrevier mit unterschiedliche Strategien etwa bei Neupflanzungen entgegentritt. In diesem Zusammenhang hob der Referent auch nochmals die zentrale Rolle hervor, die Wälder und insbesondere bewirtschaftete Wälder unter Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsaspekten einnehmen.

Bild der Podiumsdiskussion

Mit einem Blick auf das „Produkt“ Holz aus dem Lörracher Stadtwald leitete Dischinger an den zweiten Referenten des Abends über. Tobias Döbele stellte die Holzbau Amann GmbH aus Weilheim-Bannholz vor, die mit rund 60 Mitarbeitern in den Bereichen Ingenieurholzbau, Holzbau und „Kunstobjekte“ tätig ist. Dabei ging er sowohl auf die eingesetzten Holzarten, aktuell zu rund 90 Prozent Fichte, als auch auf die verschiedenen verwendeten Holzprodukte ein. Anhand einzelner Beispielprojekte wie der Bau eines Flugzeughangars in Mulhouse, das Centre Pompidou in Metz oder auch der neu gebaute Goetheturm in Frankfurt, präsentierte er innovative Möglichkeiten und Entwicklungen im Bereich Holzbau und gab Einblicke in die Produktionsabläufe der modernen Holzbautechnik. Der Referent schloss seinen Vortrag mit einem Ausblick auf die nächsten Jahre und fasste dabei zentrale Aspekte und Herausforderungen für den Holzbau zusammen. Neben der klimabedingten Suche nach Ersatz für die vielgenutzte Fichte, den Themen Brandschutz und Fachkräftemangel, sei es laut Döbele insbesondere die gesteigerte Nachfrage gegenüber einer oftmals noch unzureichenden Sachkenntnis unter den Planern, bei der im Holzbau Weiterentwicklungspotenzial vorhanden sei.

Auf dem Podium kamen Oberbürgermeister Jörg Lutz und Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić im Anschluss mit den bei-den Referenten ins Gespräch und diskutierten die aus dem Publikum eingehenden Fragen. Thematisiert wurden hier unter anderem Konfliktpotenziale bei der Nutzung von Wäldern für Freizeit-aktivitäten und Förderprogramme für die Waldbewirtschaftung. Aber auch aktuelle Bauprojekte in der Stadt Lörrach, Perspektiven hinsichtlich der Nutzung von Holz bei städtischen Gebäuden und die Frage, ob es möglich und auch sinnvoll sei, ganze Quartiere in Holzbauweise zu errichten, waren Teil des Austauschs. 

Über die Referenten

Bild von Markus Dischinger

Markus Dischinger war zwischen 1986 und 1991 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg tätig. Im Anschluss war der Diplom-Forstwirt Revierleiter im Forstbezirk Lörrach/Kandern und betreut beim Landkreis Lörrach seit 2007 den Stadt- und Privatwald Lörrach Gemarkung Hauingen. 

 

 

 

 

Bild von Tobias Döbele

Tobias Döbele ist gelernter Zimmerer und hat an der Fachhochschule Rosenheim Holzbau und Ausbau studiert. Seit 2004 ist er bei der Holzbau Amann GmbH für Projektleitung und Vertrieb zuständig.


 

 

 

 

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